Tag des Rudersports - Die Eisernen schlagen zu - Unglaubliche 112km

21 Aug 2017

Am Tag des Rudersports 2017 tummelten sich wieder zahllose Donau Ruderer auf der alten Donau um möglichst viele km für den Verein zu errudern. Aber die wahren Donau-Helden befanden sich..... tadaaaaaaaa, irgendwie ganz klar: auf der DONAU.

 

Josef, Thorsten Birdy, Maria, Angela, Gerhard, Max und Thomas legten UNGLAUBLICHE 112km hin. 

 

Genau so lang wie diese Ausfahrt geriet auch der Bericht dazu (vielen lieben Dank an Thomas dafür) :-), und viel Spaß beim lesen:

 

“Thomas, bist Du dabei?“ “Ja.“

Die kurze, von Josef gestellte, Frage und meine noch kürzere Antwort waren der Beginn des größten Ruderabenteuers, welches ich in meiner (zugegebenermaßen noch sehr kurzen) Ruderkarriere mitmachen sollte. Hatte ich als Nicht-Whatsapper doch am Vortag durch Zufall erfahren, dass anlässlich des “Tages des Österreichischen Rudersports“ am 29. Juli wieder eine Strompartie geplant ist. Am übernächsten Tag dann die Aussendung von Thorsten und ich traute meinen Augen nicht: von Melk bis Wien, ca. 110 km! Das ist natürlich eine Ansage! Vor allem, wenn man bedenkt, dass ich jede Menge technische Defizite habe und auch sonst immer nur ca. 10 -12 km (gemütlich) am Wasser bin… Es zeigt sich auch, dass viele Leute dankend absagen, wohlwissend, dass das doch eher brutal sein wird. Letztendlich haben sich 8 Leute gefunden, die die Sache wagen wollen. Max wurde von Josef und Torsten noch am Donnerstagabend, dem Abend des Bootsaufladens, rekrutiert. Martin fährt die Boote, Traisen und Leitha, am Freitagmorgen nach Melk. Und jetzt kommt’s: Start in Melk wird 6 Uhr sein, das bedeutet, wir fahren 4:30 vom Vereinsgelände los! Also, 3 Uhr Aufstehen… Kein Problem, wenn man 23:30 Uhr ins Bett geht… ;-) Aber, immerhin war der Salat für den Tag zu diesem Zeitpunkt schon fertig und die Sachen auch schon (fast) komplett zusammen gesucht. Glücklicherweise fahren die U-Bahnen durchgängig und ein Stündchen Schlaf geht sich im Auto sicher noch aus. ALLE waren pünktlich am Treffpunkt. So, alle in Josef’s Auto, was bedeutet, dass auf der mittleren Sitzbank vier Personen sitzen müssen. Da gehen sich nicht alle Hüften aus, also rücke ich auf die Kante vor. Somit wird das mit dem Schläfchen nichts… Alles voll im Zeitplan, die Boote sind pünktlich im Wasser und wir fahren 6:04 Uhr mit einem ganzen Schwung Insektenstichen von Melk los. An dieser Stelle wäre es vielleicht angebracht kurz zu erwähnen, welche Donauesen das Wagnis in Angriff nehmen wollen: Thorsten, Walter und Max in der “Leitha“ und Maria, Angela, Gerhard, Josef, und ich in der “Traisen“. Dem/der informierten LeserIn wird auffallen, das sich hier 7 rennsportlich Aktive unterschiedlicher Altersklassen und ein Laie (ich) gemeldet haben. Ok, einige Wanderfahrten habe ich schon mitgemacht, aber trotzdem bin ich etwas angespannt, denn man will ja nicht nur Passagier sein. Andererseits ist die Strecke so lang, dass das wohl für alle eine Herausforderung wird. Und immerhin bin ich Pfingsten in Venedig schon 46 km gepaddelt, eine gewisse Grundausdauer sollte also vorhanden sein. Also los geht es mit Schwung, denn die Strömung in der Wachau ist ja ganz schön stark und Maria fährt einen für eine Wanderfahrt recht flotten Schlag. Das passt für mich gut, denn ich rolle eh immer zu schnell vor… Allerdings habe ich heute einige Probleme beim Ausheben, Krebsgefahr! Das wird sich aber mit fortschreitender Zeit zum Glück bessern. Die Geschwindigkeit ist wirklich hoch, sodass wir nach zwei Stunden schon beim Steiner Ruderclub (km 32) anlegen können. Eigentlich kein leichtes Anlegemanöver, aber Josef hat die Sache natürlich im Griff, da er das dort bestens kennt. Zeit, den Salat herauszuholen und zu frühstücken. Da Stein auch Ziel der heutigen ÖRV-Sternfahrt ist, haben wir da auch noch schnell nebenbei ein paar Punkte abgerechnet… Oje, laut Zeitplan haben wir nur 15 min für Essen, Toilette, Foto… Da heißt es aber stopfen… Und schon geht es weiter, bald ist etwas mehr zu tun, denn der Staubereich des Kraftwerkes Altenwörth beginnt. Hier muss dann in den Donaualtarm übersetzt und umfahren werden. Es wäre geschickt gewesen, nebenbei etwas zu essen… Nun weiter in Richtung Greifenstein, also bald auch wieder im Staubereich. Langsam wird es zäh, aber immerhin ist die Mittagspause geplant, bei einem Yachthafen in Muckendorf, nach 80 km. Also, rein in den Hafen und einen Anlegeplatz gesucht. Aber leider gibt es keine wirklich gute Stelle und der Chef ist auch gerade nicht anwesend. Also noch 5 km weiter, bis Greifenstein. Bei mir und bei einigen anderen ist gerade ganz schön der Ofen aus und das nochmalige Hinausschieben der Pause schlägt auch etwas aufs Gemüt. Aber, hilft ja nichts. In greifenstein erst noch einmal das Boot aus dem Wasser und in den Altarm einsetzen und noch einmal knappe 2 km Rudern, für mich jetzt langsam grenzwertig. Endlich Gastronomie in Sicht, diese Mittagspause ist hart verdient! Es ist mittlerweile auch schon 14:30 Uhr. Der Imbisstand ist recht witzig und es gibt immerhin einen vegetarischen Burger, “Burgfräulein“ (ok, streng genommen ein Semmerl mit Brie und Gemüse, aber gut war es). Einige Leute trauen sich sogar, der etwas reschen Chefin hinter der Theke Sonderwünsche anzutragen… Danach Boot wieder in die Donau einsetzen und weiter Richtung Wien. Diese Pause war wichtig, jetzt geht es bei allen wieder ganz gut dahin, die Strömung tut ihr Übriges dazu. Korneuburg, Klosterneuburg, Neue-Donau-Einlauf, der Leopoldsberg in Blickrichtung, also schon hinter uns. Ein Ende ist in Sicht. Jetzt wird es aber noch einmal ganz schön wellig, jede Menge Freizeitkapitäne mit Motorbooten unterwegs, denen ins Schwanken geratende Ruderboote relativ wurscht sind. Die Geräuschkulisse vom Gelände der gerade stattfindenden Beachvolleyball-WM ist beachtlich. Gestern hatte ich mir noch Laura Ludwig und Kira Walkenhorst in ihrem ersten Vorrundenspiel angeschaut und weiß, dass es jetzt noch ca. 2 km bis zur Reichsbrücke sind. Das geht sich schon noch aus. Und dann wieder Übersetzen. Ganz schön rutschig beim Ausstieg, geeignete Schuhe für den Ausstieg habe ich vergessen und bin deshalb barfuß unterwegs, naja… Jetzt kommt zum ersten Mal der mitgebrachte Wagen zum Einsatz. Dieser schien mir nicht besonders vertrauenserweckend, bewährt sich aber sehr gut. Das Einsetzen wieder kompliziert, da alle Stege mit Badenden belegt sind. Nun auf der Neuen Donau weiter bis zum “Vienna City Beach Club“ und wieder Umsetzen, über Land bis zum Steg des WRC Pirat. Der Fußweg mit Boot zieht sich, immerhin ca. 700 m. Und nun beginnt die Triumphfahrt in bekanntem Gewässer, die letzten Meter bis zum Vereinssteg! Jawoll!! Geschafft!! (im doppelten Wortsinne). 112 km! Da war ein super Team unterwegs. Schön, dass ich dabei sein durfte. Ob ich jetzt wirklich viel zum Vortrieb beigetragen habe, weiß ich natürlich nicht, aber der Einsatz hat gepasst, sodass man die nächste Woche durchaus mit stolzgeschwellter Brust übers Vereinsgelände spazieren kann…

 

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